• Alternativtexte - barrierefreie Bilder

    Grafische Darstellung der Funktion von Alternativtexten mit Piktogrammen: von links nach rechts ein durchgestrichenes Auge, vor einem Bild mit Bergen, ein blauer Pfeil nach rechts zeigend, gefolgt von einer Lupe, in deren Glas man ALT lesen kann. Darunter jeweils wieder von links nach rechts das Symbol für einen Lautsprecher, ein Computer und ein Blatt Papier mit Stift. Als Überschrift auf dem Bild in blau Alternativtexte, darunter in grün Beschreibung, unter den Piktogrammen in weißer Schrift auf orangem Hintergrund: Bildschreibung in Textform

Barrierefreie Bilder mit Alternativtexten

Wie gestaltet man Texte mit Bildermaterial barrierefrei? Mit sogenannten Alternativtexten. Für die Erstellung dieser gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Wir wissen aus eigener Erfahrung, Texte, die nur mehr aus Buchstaben bestehen, gibt es praktisch nicht mehr – der Einsatz von graphischem Material lockert Inhalte auf, macht diese anschaulicher und damit auch verständlicher. Mit Alternativtexten werden mit Worten graphische Elemente, wie Bilder, Grafiken, Fotos, beschrieben, damit auch Menschen mit Sehbarriere diese sinntragenden Elemente wahrnehmen können: Bildinhalte, farbliche Gestaltung, Text im Bild werden damit über Text-to-Speech-Systeme oder über die Braille-Zeile zugänglich.

Der Mehrwert von professionell erstellten Alternativtexten

Tools, die mittlerweile auch in Textverarbeitungsprogrammen die Erstellung von Alternativtexten erleichtern, sind ein erster Schritt. Mit Rechtsklick auf das eingefügte Element schlagen diese den Nutzer:innen meist folgende Leitfragen und Vorgangsweise vor:
– Wie würden Sie dieses Objekt und seinen Kontext jemandem beschreiben, der blind oder sehbehindert ist?

  • Der Gegenstand/die Gegenstände im Detail
  • Die Einstellung
  • Die Aktionen oder Interaktionen
  • Weitere relevante Informationen

Als Länge werden 1 bis 2 ausführliche Sätze empfohlen.

Die Eröffnungsveranstaltung des Zertifikatskurses Barrierefreie Kommunikation: Schriftdolmetschen im März 2022, mit 16 Teilnehmer:innen und der Vortragenden Judith Platter in hybrider Form in einer Zoom-Konferenz. Die Teilnehmer:innen lächeln in die Kamera und tragen meist Headsets.

Technische Tools können Rohtexte liefern, benötigen aber menschliches Feintuning. (c) Judith Platter

Über die Funktion „Alternativtext generieren“ bekommt man für das Bild oben folgenden Textvorschlag: Screenshot einer Videokonferenz mit 20 Teilnehmern, die in einem Rasterlayout angezeigt werden. Namen der Teilnehmer sind unter den jeweiligen Videofenstern sichtbar, einige Teilnehmer haben Kameras aktiviert, andere zeigen nur schwarze Bildschirme oder Profilbilder.

Grundsätzlich erhält man mit diesen automatisierten Vorschlägen aber nur einen Rohtext, denn die Programme erkennen nicht den Kontext, sie wissen nicht:

  • Um welche Videokonferenz handelt es sich: In diesem Fall das erste Treffen eine Lehrganges.
  • Wer die Teilnehmenden, wer die Vortragenden sind: In diesem Fall ist die Person mit dem aktiven Sprecher:innen-Rahmen die Vortragende, die übrigen Personen sind Schriftdolmetscher:innen in Ausbildung.
  • Wo sich die Teilnehmenden befinden: Konkret einige im selben Raum, andere rein online zugeschaltet.
  • Welche Aktionen/Interaktionen stattfinden: Es handelt sich um die erste Kennenlern-Einheit.

Man erkennt: Es gibt gerade für die sinnhafte Einbettung in den Text Verbesserungsbedarf, damit Sie das Potential von Alternativtexten auch über die Zielgruppe Menschen mit Sehbarriere hinaus ausschöpfen können. Denn: Gute Alternativtexte optimieren ganz nebenbei auch die Auffindbarkeit durch Suchmaschinen und KI-Tools.

Mit Wörtern Bilder malen …

Im besten aller Fälle erzählen auch Alternativtexte – obwohl sie nicht für alle im Text sichtbar sind – die Handlung und Geschichte eines Textes weiter. Dabei werden die sichtbaren Inhalte meist wie folgt priorisiert:

  1. Action first: Welche Handlung, welches Geschehen, welchen Moment, welche Information sieht man auf dem graphischen Inhalt? Wer – in welcher Rolle/Funktion/Position tut hier was?
  2. Kontext und Detail: Welche Aussage aus dem Text als Geschichte/Erzählung/Informationsquelle soll mit dem graphischen Element unterstrichen, hervorgehoben, veranschaulicht werden?
  3. Interpretation und Deutung: Gibt es im grafischen Element Aspekte, etwa farbliche Gestaltung, Größe, Format, Darstellungsform, die den Inhalt des Textes deuten/interpretieren/besonders illustrieren?

… und das maximal verständlich

Die Kunst der gelungenen Erstellung von Alternativtexten liegt darin

  • zu beschreiben, ohne zu erklärend und belehrend zu klingen,
  • dafür prägnante, anschauliche und einprägsame Formulierungen zu wählen, die Bilder im Kopf nachvollziehbar entstehen lassen,
  • dabei auch die Verständlichkeit zu gewährleisten, indem die Wort- und Satzlängen optimiert
  • und in den Kontext passende/CI-konforme Begriffe  gewählt werden.

Damit gewährleisten Sie visuelle Barrierefreiheit auf Webseiten, aber auch in PDF-Dokumenten. Denn Alternativtexte können in den jeweiligen Bildeigenschaften eingetragen und mit Rechtsklick auf das Bild über die Option „Untersuchen“ ausgelesen werden. Probieren Sie dies gerne oben bei unserem Musterbild aus.

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