• Eine junge Vortragende in einem eleganten schwarzen Kleid steht mit dem Gesicht ins Publikum blickend vor vier Sitzreihen aus bequemen gepolsterten Sessel. Auf den Sesseln, die jeweils von hinten zu sehen sind, sitzen rund ein Dutzend Zuhörer:innen. In der letzten Reihe, in der Bildmitte, sitzt eine Person im Rollstuhl und hört ebenso zu.
  • Eine junge Vortragende in einem eleganten schwarzen Kleid steht mit dem Gesicht ins Publikum blickend vor vier Sitzreihen aus bequemen gepolsterten Sessel. Auf den Sesseln, die jeweils von hinten zu sehen sind, sitzen rund ein Dutzend Zuhörer:innen. In der letzten Reihe, in der Bildmitte, sitzt eine Person im Rollstuhl und hört ebenso zu.

Barrierefreie Kommunikation als Mehrwert und Gewinn

Barrierefreie Kommunikation schafft ein neues Verständnis für Barrierefreiheit. Jede:r kann unter gewissen Umständen auf Barrieren in der Kommunikation treffen. Die Zielgruppen von barrierefreier Kommunikation sind zwar unterschiedlich, aber barrierefreie Angebote sind ein Gewinn für alle. Und damit für die gesamte Gesellschaft, wie folgende Zahlen und Fakten belegen.

Sinnesbarriere: Auge, Ohr oder Tastsinn sind von Geburt an, aufgrund von Unfällen, Krankheiten oder Alter eingeschränkt.

In Österreich sind das ca. 300.000 Personen mit Sehbarriere (blind oder sehbehindert), ca. 460.000 Personen haben eine Hörbarriere (10.000 Menschen sind in Österreich gehörlos, 456.000 sind hochgradig schwerhörig).

Kognitionsbarriere: Bei dieser Barriere ist ein Text sprachlich und inhaltlich zu komplex.

89.000 Personen mit Lernschwierigkeiten oder dementieller Erkrankung in Österreich verstehen deshalb Texte nicht.

Motorikbarriere: Motorikbarriere: Zu dünne Seiten in Broschüren oder Websiten, die nicht ohne Maus bedienbar sind, hindern Nutzer:innen daran, auf Informationen zuzugreifen.

Das sind in Österreich rund 476.000 Menschen.

Sprachbarriere: Eine Sprache wirklich zu verstehen und anzuwenden, ist schwer.

In Österreich sprechen 15,1% der Bevölkerung Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache.

Fachbarriere: Das fachliche, inhaltliche Wissen fehlt – schließlich kann niemand Expert:in in allem sein. Deshalb sind Begriffe wie Fachchinesisch je nach Kontext für uns alle schwierig.

In Österreich gelten 20% aller Personen als „schwache“ Leser:innen.

Fachsprachenbarriere: Wer kennt sie nicht – Beamtendeutsch, Juristenjargon und Medizinersprech gespickt mit Fachwörtern und Sätze so lang wie eine ganze Seite?

Erwachsene Leser:innen in Österreich weisen im Gesamtmittelwert eine Lesekompetenz unterhalb des OECD-Durchschnittes von 260 auf.

Kulturbarriere: Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: Das kommt mir Spanisch vor, wenn wir Bräuche, Einstellungen, Medien aus anderen Ländern, Gruppen oder Generationen nicht kennen.

In Österreich leben rund 2,45 Millionen Menschen mit internationalem Hintergrund und damit mit einer potentiellen Kulturbarriere.

Medienbarriere: Chinesische Schriftzeichen könnten genauso gut Zeichnungen sein, Texte in Videos können aufgrund von Umgebungslärm nicht gehört werden oder eine App ist in der Bedienung für Nutzer:innen neu und ungewohnt.

Die 7 am häufigsten nicht erfüllten Kriterien nach den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) bei digitalen Texten verteilen sich auf alle 4 Prinzipien der Barrierefreiheit – „wahrnehmbar“, „bedienbar“, „verständlich“ und „robust“.

Motivationsbarriere: Langweilige Texte, unansprechende Grafik, Texte, die erst nach schier unendlicher Suche gefunden werden – das sind nur einige Beispiele dafür, wie Frustration entstehen kann, weil der Inhalt alles andere als anschaulich dargestellt ist.

Jede:r Nutzer:in kann davon betroffen sein

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